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Peter van Lint


Peter van Lint

* 1609 Antwerpen

+ 1690 Antwerpen

 

 

"Triumph von Jupiter und Cupido"

Öl auf Kupferplatte, 84x114 cm ohne Rahmen, 108x138 cm incl. Rahmen, originaler Renaissance ahmen

 

Dr. Hans Vlieghe schreibt in seinem Gutachten:

In der Bildmitte ist der Hauptgott Jupiter in einem von vier weißen Pferden gezogenen Triumphwagen dargestellt. Dieser Wagen wird von anderen olympischen Göttern, u.a. Mars, Venus, Neptun, Pluto und Apoll, begleitet. Auch Hercules befindet sich zusammen mit seiner Frau Omphale unter den Begleitern. Auf der Rückenlehne von Jupiters Thronsessel steht Cupido/Amor in triumphierender Haltung und mit einem seiner Liebespfeile in der rechten Hand. Die Macht der Liebe scheint hier allerdings besonders betont zu sein, denn im Vordergrund rechts liegen die Leichen des unglücklichen Liebespaares Pyramus und Thysbe und von Narziss, d. h. von drei Opfern des Liebeskummers. Das Gemälde ist m. E. an Pieter van Lint zuzuschreiben.

Peter van Lint wurde 1632 Meister der Antwerpener Sankt-Lukasgilde um gleich danach nach Rom zu fahren, wo er bis um 1640 verblieb. Sein Oeuvre ist in besonderem Maße geprägt durch einen beherrscht klassizistischen anmutenden Stil, der sowohl mit dem Werk seines Antwerpener Lehrers Artus Wolffort wie mit der klassizistischen Variante des römischen Barockstils der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts Verwandtschaft aufweisen lässt.

Diese Merkmale sind auch treffend im hier besprochenen Gemälde. Die Zuschreibung an Van Lint wird übrigens bestätigt durch die Tatsache, dass eine etwas größere (104 x 131 cm) und ebenfalls auf Kupfer gemalte Fassung dieses Bildes sich im Prado zu Madrid befindet. Dort bildet dieses Gemälde ein Gegenstück zu Van Lints Triumph von Cybele. Es ist deshalb nicht auszuschließen, dass auch das hier besprochene Gemälde ursprünglich ein solches Gegenstück hatte.

Kupfer war ein von Van Lint bevorzugter Bildträger, besonders für seine ab etwa 1640/50 in bedeutendem Maße nach Spanien – wo das Material besonders beliebt war – exportierten Gemälde und Gemäldereihen.
 

 


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