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Petrus Wandrey Retrospektive


 

Digitalism Art – Die geniale Welt des Petrus Wandrey

 

 


 

Vom 15. Juni 2014 bis zum 28. September 2014 führte das Museum Zitadelle Spandau, Berlin (Ausstellungssäle der Bastion Kronprinz) eine große Petrus Wandrey Retrospektive durch.

Neben Gemälden und Skulpturen wurden auch Installationen, Grafiken und Multiples gezeigt.

 


 

Angetan von Dalí reiste Petrus Wandrey (* 8.3.1939 Dresden, † 5.11.2012 Hamburg) 1975 zu seinem Idol und schenkte ihm seine surrealistische Arbeit „Venus’ Wind“, die einen festen Platz in Dali`s Privatmuseum erhielt. Dalí riet ihm aber, eine eigene Stilrichtung für sich und seine Zeit zu suchen, denn der Surrealismus sei eine Erfindung seiner Generation. Wandrey, fasziniert vom Surrealismus aber auch von der Pop-Art und vom Dadaismus, fand schließlich seine Formensprache in den binären Codes. Wen wundert es, brach doch Anfang der 70er Jahre das Computer-Zeitalter an. Das Pixel, die kleinste, vorgegebene Fläche in Form eines Quadrates bestimmt seine digitale Bildsprache. Man kann dieses horizontal und vertikal aneinanderreihen, das Ergebnis ist die gewünschte Silhouette. 1978 wird in New York Wandreys Tafelbild „Science and Beyond“ eingeweiht, mit dem er den Digitalismus ausruft. Er weist auch darauf hin, dass die digitale Formensprache keine nationalen oder kontinentalen Eigenheiten oder Erkennungsmöglichkeiten dominieren lässt. Sie ist die erste Bildgestaltungsmöglichkeit, die global verständlich erscheint und bei allen Menschen aller Nationen Akzeptanz findet. Dabei ist für ihn jede bildnerische Technik nur das Mittel, die Idee zu einer als notwendig erachtetet Aussage zu nutzen. Das Medium ist die Idee. Gehen auch andere Künstler den Weg des Digitalismus, darf man Petrus Wandrey aber unbestritten als den Digitalismus-Pionier bezeichnen.

 

Für Wandrey sind Technik und Kunst keine Gegensätze, vielmehr wird ihre Allianz gebraucht. So bleibt er auch nicht beim Pixel stehen und entdeckt die gesamte Welt der Computer und High-Tech-Produkte, bestehend aus Leiterplatten, Chips, Dioden, Kühlkörpern, Kabeln, Discs und vielem mehr. „Computerschrott“ kann ästhetisch reizen, wird künstlerisch verarbeitet und in einen neuen, überraschenden Zusammenhang gesetzt. So umfasst sein Werk Malerei, Grafik, Reliefs, Skulpturen, Installationen, Objektkunst und Designarbeiten. Es verrät Witz und Ironie, thematisiert aber auch die aktuelle Tagespolitik. Wandrey führte in einem Interview hierzu aus: „Auch in den Künsten sollte Tages-Wochen-Monats-Jahres-Politik zum Thema und zur Diskussionsbereitschaft parat sein, um Hoffnungsmöglichkeiten zu finden, moralischer und gesellschaftlicher Superverblödung eventuell auch nur leicht entgegen wirken zu können.“

 

Die Ausstellung auf der Zitadelle war die erste Ausstellung nach dem Tod des Künstlers. Sie zeigte Werke ab Mitte der 80er Jahre bis hin zu jüngsten Arbeiten. Es sind Arbeiten eines internationalen, deutschen Künstlers, der fast sieben Jahrzehnte in Hamburg lebte. Petrus Wandrey studierte dort von 1960 bis 1963 an der Meisterschule für Mode, Werkkunstschule für Textil, Werbung und Graphik und von 1963 bis 1968 an der Hochschule für bildende Künste (HFBK). In seinen frühen Jahren wirkte Wandrey auch als Designer und Illustrator, gestaltete zahlreiche Plattencover aus allen Bereichen der U- und E-Musik. Seine Handschrift findet sich auf Titelseiten und Illustrationen von Magazinen wie dem Spiegels, dem Stern oder dem Capitals. Für Rainer Werner Fassbinder gestaltete er Filmplakate und für Rockgrößen Poster. Durch Petrus Wandrey fand der Hamburger Sammler Harald Falckenberg zu der Leidenschaft des Kunstsammelns. In seiner hochrangigen international bekannten Sammlung finden sich auch Werke Wandreys.

 

 

 

Zur Zeit findet eine Ausstellung  "Die geniale Welt des Petrus Wandrey"  im Hauptgebäude der Sabatier Galerie & Kunsthandel, Bergstraße 2, 27283 Verden auf einer Fläche von ca. 600m2 statt. Zahlreiche Gemälde, Skulpturen, Multiples und Grafiken des Digitalisten Petrus Wandrey werden gezeigt.

Besichtigung nach Terminabsprache.

 

 

 

 

     


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